Powertex mit Bister und dem neuen Stone Art – ein Workshopbericht

Hier kommt der zweite Teil zum Thema „Powertex-Neuheiten“. Neben dem genialen Powerwax habe ich noch mit anderen Techniken tolle Werke schaffen können. Und es ist nicht mal besonders schwierig. Die Kombination aus Powertex, Stone Art und Bister – das ist wasserlösliche Tinte, die es gelöst und in Pulverform gibt. Bister gibt es im tradtitionellen Braunton (schon gelöst) und in den Farben gelb, mahagoni, rot, blaugrün, grün und schwarz. Diese Farbkörper sind noch fest und müssen vor dem Verarbeiten immer in Wasser aufgelöst werden. Wie genau das geht lest ihr hier.

Ihr startet genauso wie mit der Powertex / Easy 3D Flex Technik und gebt etwas Powertex in den gewünschten Farben auf den Untergrund. Verteilt die Farben auch wieder mit dem großen Spachtel. Diesmal jedoch vorsichtiger – die Farben sollten sich nicht zu sehr vermischen und ein schönes Muster / eine schöne Form bilden. Probiert einfach nach Herzenslust aus – ein Falsch gibt es nicht.

Powertex_Bister_1

Nun besprüht ihr die noch nasse Powertexfläche mit Bister nach eurer Wahl. Ich habe immer eine Pappe neben dem Bild liegen, auf dem ich erstmal ein paar Probestöße mache.

Jetzt heißt es eigentlich nur Fönen. Dabei nicht wild hin- und herfönen sondern konzentriert Stelle für Stelle bearbeiten. Immer mal wieder wechseln aber nicht wedeln. Die Wärme bewirkt, dass die Oberfläche des Powertex mit dem Bister schneller trocknet als der Untergrund und dadurch entstehen unterschiedlich große Risse. Die Stärke der Risse hängt von der Dicke des darunter liegenden Powertex ab. Fönt zu erst dort, wo weniger Powertex ist und bearbeitet dann die dickeren Schichten.

Es entstehen ganz einmalige Stukturen. Statt Bister könnt ihr auch Marabu Art Spray benutzen (Bild rechts). Die Marabufarben sind intensiver, trocknen aber an der Oberfläche schneller und daher muss her sehr zügig gearbeitet werden um die Risseffekte großflächig zu erzeugen.

Nach dem Trocknen solltet ihr die Ränder farblich angleichen und verschlichten.

Powertex_Bister_Modell

Hier seht ihr mein Werk auf 60 x 60 cm Keilrahmen.

Etwas, was schon einige Zeit voll im Trend ist, ist das Gestalten mit Rost. Mit Powertex Elfenbein und Powertex Rusty Powder lässt sich echter Rost auf die Bilder bringen. Und auch das ist einfacher als es das Ergebnis vermuten lässt.

Powertex_Rost_1

Etwas Powertex Elfenbein in eine Schale geben und Rusty Powder hinzugeben. Die Masse umrühren. Die Mischung ist dann gut, wenn sie mausgrau ist. Hier gilt grundsätzlich je heller desto weniger Rost, je dunkler desto  intensiver ist der spätere Rostton.

Ihr arbeitet hier mit echten Eisenpulver, das auch z. B. im Waschbecken fröhlich weiter rostet. Also alle Werkzeuge immer in einem gesonderen Plastikbehälter säubern.

Ein einer Sprühflasche je 50 % Wasser und 50% Essig (nicht Essigessenz) mischen und ein paar Sprühstöße in die Mischung geben und wieder umrühren. Das stößt den Oxidationsvorgang schon mal an und verdünnt gleichzeitig die durch das Rusty Powder verdickte Mischung. Jetzt wird diese einfach mit dem Pinsel aufgetragen.

Powertex_Rost_2

Ist die Powertex-/Rusty Powder-Mischung da, wo sie hin soll, werden die Flächen wieder mit der Essig-Wasser-Lösung besprüht. Das kann ruhig häufiger erfolgen. Nun beginnt der Oxidationsprozess, der sich über mehrere Stunden hinziehen kann.

Eine spannende Gestaltungsvariante gelingt mit den 3D Balls in Kombination mit der Rostmischung und Bister. Dazu die Mischung auf den Untergrund geben und in sie hinein 3D Balls in unterschiedlicher Größe und etwas 3D Sand. Dann mit Essigwasser aktivieren und zuletzt Bister in verschiedenen Farbtönen partiell auftragen.

Hier seht ihr meine kleinen Mixed Media Arbeiten auf kleiner Leinwand um Malkarton. Einen Basteltipp zu dieser Technik findet ihr hier.

Zu guter Letzt begeisterte mich eine Neuerung, der ich erst skeptisch gegenüber war: Das neue Stone Art Pulver. Das hat nämlich jetzt eine ganz andere Konsistenz und verhält sich auch anders. Es ist wie perliert und die damit zusammengerührte Knetmasse ist viel homogener. Auch lässt es sich als Spachtelmasse viel besser benutzen – es ist halt nicht so faserig.

Toll ist auch, dass die Knetmasse nicht mehr so klebt, aber trotzdem nicht so hart ist, so dass auch Formen (Molds) mit filiganen Muster wie die neuen Muscheln super einfach ge- und entformt werden können. Musste früher die Knetmasse, die im Lauf des Schaffensprozesses fester geworden war, mit Powertex wieder aufgeweicht werden, so reicht es mit dem neuen Stone Art die Masse noch mal gut durchzukneten um sie wieder flexibler zu machen. Dazu werden ich euch in den nächsten Tagen mal einen eigenen Beitrag schreiben, in dem ich beide Massen miteinander vergleiche.

Powertex_Stoneart_neu

Dieses Bild habe ich mit einer spachtelbaren Powertex Elfenbein und Stone Art Mischung strukturiert und schabloniert (man sieht es kaum :-)). Die Muscheln sind mit der Knetmasse erstellt und dann aufgesetzt worden. Einige 3D Balls und natürlich Bister haben die Sache abgerundet. Auch hier habe ich nach dem Trocknen die Ränder mit Acrylfarbe verschlichtet.

Zum Abschluss möchte ich euch etwas zu einer weiteren Technik schreiben, die auf Youtube und in den sozialen Medien immer mehr Fans gewinnt. Pouring heißt dieser neue Trend ist bedeutet schlicht und ergreifen: Gießen. Verschiedenen Acrylfarben wird ein Fließmedium beigefügt und dann werden die Farben auf die Leinwand gegossen, woe sie miteinander reagieren und ineinander fließen. Die meist zufälligen Effekte sehen spektakulär aus.

Mit Powertex ist Pouring ein Kinderspiel. Ihr könnt die Farben einfach so benutzen und sie nach Lust und Laune fließen lassen. Probiert es einfach aus – es macht riesig viel Spaß! Auch dazu werde ich später noch mal mehr zu schreiben.

Powertex_Easy_3d_Flex_10

Powertex_Pouring

Powertex_Pouring_Modell

 

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