Ordnung für Häkel- und Stricknadeln mit bemalten Bastelfilz

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Eigentlich war ich auf der Suche nach einer sinnvollen Verwendung meiner Idee, Bastelfilz mit Stoffmalfarbe zu bemalen. Während meine Idee von einem Häkel- und Stricknadel-Utensilo Fortschritte machte, habe ich gemerkt, dass sich diese Bastelidee mit Filz super für Kinder und NähanfängerInnen eignet.

Als ich nämlich im Sommer meiner Nichte das Nähen gezeigt habe, hat sie die ersten Übungen an der Maschine so ähnlich absolviert – übrigens mit Erfolg. Später entstand ein Kissen, ein Patchwork-Rucksack und ein Sommerkleid. Außerdem ist Filz wirklich kinderleicht zu Nähen. Er franselt nicht aus, lässt sich gut zuschneiden, verzieht sich kaum und selbst mehrere Schichten lassen sich gut mit einer einfachen Haushaltsmaschine nähen.

Also habe ich fast jeden Schritt fotografiert um möglichst genau zu beschreiben, wie man zu diesem Utensilo kommt. Übrigens eine süße Idee für den Muttertag 🙂

Nadelmappe_Filz_Material

Das Material könnt ihr hier bekommen

Bastelfilz, weiß auf der Rolle
Je zwei Bastelfilzplatten nach Wunsch, 1 mm
IZINK Textilfarbe
IZINK 3D Textur Paste metallic
Pinsel
Kleine Deckel oder Näpfchen für die Farbe
Nähmaschine mit passenden Nähgarn
Passende Baumwollkordel
Scharfe Schere
Maßband
Stecknadeln
Snaply Wonder Clips – Stoffklammern
Bügeleisen und Bügelbrett
Backpapier

Nadelmappe_Filz_Step1Vor dem Nähen wird aber erst mal gepinselt. Dazu schneidet ihr von dem Rollenfilz zwei Stücke von 22,5 x 50 cm zu. Etwas Textilfarbe in einen Deckel oder Näpfchen geben und mit einem Pinsel Herzen über den Filz verteilt aufmalen. Dabei ruhig andere Farben hineinfließen lassen. Mit einem Warmluftgebläse die Farbe etwas antrocknen.

Nadelmappe_Filz_Step2

Etwas Texturpaste auf einen Deckel geben und diese mit dem Finger etwas auf die Herzen verteilen. Die Textilfarbreste mit dem Pinsel aufnehmen und mit dem Finger gegen den Pinsel schnipsen, dann verteilen sich die Farbspritzer schön. Jetzt die Farbe gut durchtrocknen lassen.

Nadelmappe_Filz_Step3

Ein farblich passendes Kontrastgarn in die  Nähmaschine einfädeln (das ist bei jeder Maschine immer ein wenig anders – einfach nach der Anleitung vorgehen, die in der Regel der Maschine beiliegt). Normale Stichlänge einstellen und einfach versuchen, den Rand der Herzen nachzunähen.

Dabei kommt es nicht darauf an, besonders genau zu arbeiten. Ihr könnt auch ruhig mal die verschiedenen Zier- oder Musterstiche eurer Maschine ausprobieren. Ich habe immer mindestens zwei Linien aufgesteppt.

Nadelmappe_Filz_Step4

An die Pädagogen unter euch: Mit dieser Übung bekommen NähanfängerInnen ein gutes Gefühl dafür, wie der Stoff geführt und das Gaspedal der Maschinen bedient werden muss. Hier kommt es nicht auf Korrektheit an.

Ist alles fertig, wird das Filzstück von beiden Seiten auf Stufe zwei ausgiebig gebügelt. Bitte immer ein Backpapier zwischen Filz und dem Bügeleisen legen.

Nadelmappe_Filz_Step5

Jetzt werden zwei Filzplatten an der kurzen Seite aneinander genäht. Ich habe hier zwei Farben benutzt, weil ich es so netter fand – ist aber nicht nötig. Bügelt hier die Naht schön flach. Dann halbiert ihr den so entstandenen Stoffstreifen längst und bügelt den ebenfalls. Auf das unbemalte Stück Filz legen, an den Seiten passend schneiden und rundherum mit den Stoffklammern fixieren.

Hinweis: Gut gebügelt ist halb gesteckt. Ihr erleichtert euch mit dem Bügel jede Menge Arbeit.

Nadelmappe_Filz_Step6

Jetzt die „Abteile“ für die Häkel- und Stricknadeln mit Stecknadeln markieren und damit feststecken. Der Abstand ist davon abhängig, wie groß die jeweiligen Häkel- und Stricknadeln sind.Hier sind es zwei bzw. vier und fünf Zentimeter. Um zu sehen, ob die Häkel- und Stricknadeln dazwischen passen, steckt ihr sie mal kurz dort hinein.

Jetzt geht es wieder an die Nähmaschine. Ich habe mit dem Kontrastgarn weiter genäht. Zu Beginn und am Ende einer jeden Naht wird diese durch einmal kurz zurück- und wieder vornähen gegen Auflösen fixiert, das Vernähen.

Dann einfach unter leichter Führung des Stoffes geradeaus nach unten nähen. Jede Nähmaschine hat einen Stofftransport, der normalerweise den Stoff ganz selbstständig weiterbewegt. Bei mehreren Stoffschichten können Maschinen schon mal schwächeln. Dann ganz leicht schieben – aber nur ganz leicht.

Sind alle Linien genäht, wird auch diese Arbeit wieder gebügelt. Die Seiten- und Längstnähte werden nicht zusammengenäht. Dieser Schritt erfolgt erst später.

Hinweis für Pädagogen: Klar, man könnte sich auch die Linien einzeichnen und dann werden die Abstände ganz besonders genau. Diese freie Übung jedoch schult auch das Gefühl für Richtung und Abstände. Auch übt man damit das konzentrierte, saubere Geradeausnähen viel besser.  Und abgesehen davon soll es ja auch Spaß machen. Macht es aber nicht, wenn zu übergenau kontrolliert wird. Daskann später kommen, wenn schon ein bisschen Näherfahrung vorhanden ist.

Nadelmappe_Filz_Step8a

Damit die Häkel- und Stricknadeln nicht aus der geschlossenen Rolle hinausfallen. Wird ein weiterer Filzstreifen am oberen Rand des weißen Filzstücks befestigt. Diesmal jedoch ist der Filz nicht doppelt sonder einfach.

Nadelmappe_Filz_Step9

Jetzt wird das bemalte Vorderteil und das gesteppte Rückenteil zusammengenäht. Das nennt sich Verstürzen. Dazu werden beide Teile genau rechts auf rechts gelegt – also beide „schönen“ Seiten zeigen nach innen und diese werden so festgeklammert.

Die schönen Seiten werden später nach dem Wenden außen sein.

Ebenfalls außen sollte die Baumwollkordel sein, damit die Rolle zugebunden werden kann. Dazu zwei ca. 30 cm lange Kordelstücke abschneiden und sie so zwischen Vorder- und Rückenteil legen, dass die langen Enden in das Werkstück zeigen.

Hinweis für Pädagogen:  Ich bin ja immer so „ca.“ bzw. so „Pi mal Daumen“, wenn es um Maße geht. Interessanterweise liege ich häufig richtig. Das liegt daran, dass ich über Jahre hinweg mit der“Pi mal Daumen-Methode“ gelernt habe, Maße abzuschätzen. Daher einfach mal die Länge der Kordel vor dem Abschneiden schätzen lassen und dann nachvermessen  – das übt ungemein – und das jedes Mal – auch beim Zuschneiden erstmal schätzen lassen.

Nadelmappe_Filz_Step10

Jetzt wird einmal rundherum abgesteppt – so ca. 0,8 cm. Dabei eine Wendeöffnung an der anderen kurzen Seite von ca. 10 cm offen lassen. Damit die Ecken sauberer ausgearbeitet werden können, werden diese etwas zurückgeschnitten. Aber vorsichtig: Nicht in die Naht hineinschneiden.

Nadelmappe_Filz_Step11

Jetzt wird gekrempelt. Das sieht schlimmer aus als es ist. Die Ecken werden mit dem stumpfen Ende eines Pinsels ausgebeult. Damit werden sie schön eckig.

Anschließend wird alles in Form gezogen und gebügelt. Jetzt die noch offene Wendeöffnung schließen. Dabei den überstehenden Stoff nach innen klappen, feststecken und das ganz Werkstück rundherum absteppen  – in diesem Fall sogar zweimal. Ich habe hier ganz genauso „unordentlich“ gearbeitet wie ich auch die Herzen gesteppt habe.

Jetzt heißt es eigentlich nur noch: Nadeln einräumen, einwickeln und zubinden und fertig ist das Nadelmäppchen. Natürlich kann man mit der gleichen Methode auch ein Stiftemäppchen zaubern.

Nadelmappe_Filz_Detail1

Nadelmappe_Filz_Detail4

Nadelmappe_Filz_Titel

Nadelutensilo

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