Gar nicht biestig: Malen mit Bister

Ich arbeite schon seit Jahren mit den verschiedenen Bisterfarben. Allerdings habe ich sie immer auf Powertex angewandt. Noch nie habe ich damit gemalt. Das habe ich heute nachgeholt.

Aber zu erst einmal: Was ist eigentlich Bister?

Bister ist eine wasserlösliche Tinte. Für die Bistertinte wird Ruß von verbranntem Holz zu Pulver eindampft. Das so entstandene Pulver und dann wieder mit Wasser angerührt. Je nach Holzsorte entstehen verschiedene Brauntöne.

Schon Leonardo da Vinci und Rembrandt haben mit Bister gemalt. Man vermalt es wie Aquarellfarbe. Es löst sich auf dem Aquarellpapier etwas schneller wieder an als normale Aquarellfarbe.

Hier seht ihr die kleinen Döschen mit dem Bister-Pulver. Das ganz klassische Bister habe ich außerdem auch als gelöste Tinte.

Bister anrühren

Normalerweise löse ich 1-2 Teelöffel Bister mit warmen Wasser in einem kleinen Marmeladenglas auf. Darin kann es auch ewig bleiben. Diesmal habe ich jedoch etwas Bister in einer Farbpalette aufgelöst. Zur besseren Dosierung der Wassermenge arbeite ich mit einer Pipette. Ich arbeite gerne mit dem ungelösten Bister. Abhängig von der Wassermenge kann ich die Farbkonzentration selber bestimmen.

Ihr seht schon, im konzentrierten Zustand ist es schwer, die einzelnen Farben zu unterscheiden. Wenn ich unsicher bin, dann male ich erst auf ein kleines Blatt Papier.

Welche Bister-Farbtöne gibt es?

Meine Bisterquelle des Vertrauen bietet acht tolle Farbtöne an. Sie sind natürlich untereinander mischbar.

Meine ersten Mal-Übungen mit Bister

Wenn ich mir nicht ganz sicher bin, wie sich eine Farbe verhält, male ich erst einmal munter drauf los. Da ich ja schon weiß, dass Bister wie Aquarellfarbe vermalbar ist, war mein erster Schritt nass in nass zu malen:

Ich war sofort fasziniert, wie die Farbe auf dem mit Wasser benässten Papier verläuft.

Ist es nicht fantastisch, wie die Bister-Farben ineinander laufen – ich liebe ja dieses Einfachdrauflosmalen. So entstandene Farbflächen nutze ich gerne mal für kleiner Motive oder in einer Collage.

Hier habe ich euch mal einige Details fotografiert:

Anschließend habe ich das Titelbild gemalt. Dieses süße Bild ist nach der Happy Painting Methode entstanden. Vielen Dank an die Erfinderin Clarissa Hagenmeyer, die mit dieser wundervollen Maltechnik meine ganze verschüttete Malgeschichte wieder ausgegraben hat. Aber am besten ist, ihr schaut euch das Ganze mal direkt an!

Aaaaber, das war ja noch nicht alles, was ich ausprobiert habe:

Für dieses Bild habe ich einfach einige Bisterkörnchen über das Bild verteilt und dann mit einer Wasser-Sprühflasche die Papieroberfläche benetzt. Der Effekt ist spektakulär:

Bevor ich die Zwischenräume mit weißer Acrylfarbe bemalt habe, musste ich die getrocknete Bister-Oberfläche mit einem farblosen Acryllack versiegel – also sagen wir mal so: ich habe es versucht. Die Farben sind so intensiv – die schlagen sogar durch die Versiegelung. Hätte ich darauf verzichtet, dann wäre eine einzige Matsche entstanden.

Fazit

Mit Bister lässt es sich herrlich malen. Da es sich leicht wieder mit Wasser anlösen lässt, kann man wunderbare Effekte und Schattierungen ausarbeiten. Die Farbintensität reicht von satt bis ganz zart und lässt sich gut mit Wasser steuern. Ich werde noch häufig mit diesen fantastischen, vielseitigen und besonders ergiebigen Farben arbeiten.

Was man noch mit Bister machen kann …

… das seht ihr hier:

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